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Glossar · Environment

Beifang

Beifang ist der unbeabsichtigte Fang von Meerestieren wie Delfinen, Schildkröten oder Jungfischen während der kommerziellen Fischerei.

Definition

Was „Beifang" bedeutet

Beifang umfasst alle nicht zielgerichteten Meeresorganismen, die in Fischernetzen landen. Oft tot oder schwer verletzt, belastet er bedrohte Arten und stört das ökologische Gleichgewicht. Moderne Fangtechniken und selektive Netze können Beifang reduzieren und die Biodiversität schonen.

Im Detail

Die ausführliche Antwort

Beifang bezeichnet alle Meerestiere, die unbeabsichtigt in Fischernetzen oder an Angelhaken gefangen werden – darunter Fische, Delfine, Schildkröten, Seevögel und Haie. Der Begriff taucht vor allem in Diskussionen um industrielle Fischerei, Nachhaltigkeitssiegel und Meerespolitik auf. Verbraucher begegnen ihm auf Fischverpackungen, in Umweltberichten oder bei Kampagnen von Meeresschutzorganisationen.

Beifang entsteht, weil herkömmliche Fangmethoden wie Grundschleppnetze oder Langleinen kaum zwischen Zielarten und anderen Tieren unterscheiden. Weltweit werden jährlich schätzungsweise zehn Millionen Tonnen Meerestiere als Beifang tot oder sterbend über Bord geworfen. Besonders betroffen sind bedrohte Arten: Jährlich verenden schätzungsweise 300.000 Wale und Delfine sowie Hunderttausende Meeresschildkröten in Fischernetzen. Moderne Techniken wie Fluchtfenster oder akustische Abschreckung können die Beifangrate senken, sind aber nicht flächendeckend vorgeschrieben.

Für Verbraucher bedeutet Beifang, dass mit jedem Fischfilet indirekt auch andere Meerestiere getötet werden. Nachhaltigkeitssiegel wie MSC oder ASC setzen Grenzwerte für Beifang, doch diese sind oft lückenhaft oder werden unzureichend kontrolliert. Wer Beifang vermeiden will, kann auf pflanzliche Alternativen ausweichen oder gezielt nach Fischereien mit niedrigen Beifangraten suchen. Ehrlicherweise bleibt die Transparenz in der Lieferkette begrenzt, sodass ein vollständiger Verzicht auf Meeresfrüchte die sicherste Lösung darstellt.

Auf einen Blick

Kurz und knapp

Kurz und knappBeifang
AspektDas Wichtigste
Jährliche Mengeca. 10 Millionen Tonnen
HauptverursacherGrundschleppnetze und Langleinen
Betroffene ArtenDelfine, Schildkröten, Seevögel, Haie
Regulierungsgradlückenhaft, regional sehr unterschiedlich

In der Praxis

Was das für dich bedeutet

  • Achte bei Fischprodukten auf MSC- oder ASC-Siegel und prüfe, ob Beifang-Reduktionsmaßnahmen erwähnt werden.
  • Ersetze Thunfisch und Garnelen in Rezepten durch pflanzliche Alternativen wie Kichererbsen oder Jackfruit.
  • Informiere dich über regionale Fischereiverbote für Schleppnetze, um gezielt Produkte aus schonenderen Methoden zu wählen.
  • Sprich beim Einkauf im Fischgeschäft nach, ob die Ware aus Beifang-armen Fischereien stammt – oft gibt es keine klare Auskunft.

Fragen

Häufige Fragen

Was passiert mit dem Beifang, nachdem er an Bord geholt wurde?
Der Großteil des Beifangs wird tot oder sterbend zurück ins Meer geworfen, da er keinen Marktwert hat oder die Fangquoten überschreitet. Nur ein kleiner Teil wird verwertet, etwa als Tierfutter. Diese Praxis ist legal, aber ökologisch verheerend.
Kann ich als Verbraucher erkennen, ob ein Produkt Beifang verursacht hat?
In der Regel nicht direkt, da die Kennzeichnungspflicht dafür fehlt. Nachhaltigkeitssiegel geben Hinweise, aber sie garantieren keine Beifangfreiheit. Am sichersten ist der Verzicht auf Fisch und Meeresfrüchte.
Gibt es Fischereimethoden ohne Beifang?
Ja, etwa Handangel- oder Fallenfischerei haben sehr geringe Beifangraten. Auch moderne Techniken wie akustische Abschreckung oder selektive Netze reduzieren Beifang. Allerdings sind diese Methoden nicht die Regel und oft teurer.