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Glossar · Environment

Lachgas

Lachgas ist ein starkes Treibhausgas, das vor allem aus der Landwirtschaft, insbesondere aus Düngemitteln und Gülle, freigesetzt wird.

Definition

Was „Lachgas" bedeutet

Lachgas (Distickstoffmonoxid, N₂O) wird hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Böden freigesetzt, und zwar durch den Einsatz stickstoffbasierter Düngemittel und von Wirtschaftsdünger. Es ist ein langlebiges Treibhausgas mit einem 100-jährigen Treibhauspotenzial von 265, was es zu einem wesentlichen Verursacher des Klimawandels macht. In Nahrungsmittelsystemen sind die Ausbringung von Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung sowie die Anwendung synthetischer Düngemittel die größten Quellen von N₂O-Emissionen.

Im Detail

Die ausführliche Antwort

Lachgas (N₂O) ist ein farbloses, nicht brennbares Gas, das als Treibhausgas rund 300-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. In der Landwirtschaft entsteht es vor allem bei der Ausbringung stickstoffhaltiger Düngemittel auf Böden. Verbraucher begegnen Lachgas hauptsächlich indirekt durch den Konsum von Produkten aus konventioneller Landwirtschaft, aber auch als Treibgas in Sahnespendern oder als Partydroge.

Der Mechanismus beginnt mit mikrobiellen Prozessen im Boden: Bakterien wandeln überschüssigen Stickstoff aus Gülle, Mineraldünger oder Ernterückständen in Lachgas um. Besonders hohe Emissionen treten bei nassen, verdichteten Böden auf. In der Tierhaltung entsteht Lachgas zudem aus den stickstoffreichen Exkrementen von Rindern, Schweinen und Geflügel. Die Landwirtschaft verursacht rund 80 % der gesamten Lachgasemissionen in Deutschland.

Für Verbraucher bedeutet dies: Der Fleisch- und Milchkonsum trägt indirekt zu Lachgasemissionen bei, da für Futtermittel große Mengen Stickstoffdünger ausgebracht werden. Eine pflanzliche Ernährung reduziert diesen Fußabdruck deutlich. Allerdings entsteht auch beim Anbau von Gemüse oder Getreide Lachgas, wenn Dünger eingesetzt wird. Der Umstieg auf Bio-Produkte kann die Emissionen senken, da hier weniger mineralischer Stickstoff verwendet wird.

Auf einen Blick

Kurz und knapp

Kurz und knappLachgas
AspektDas Wichtigste
Treibhauspotenzial298-mal stärker als CO₂
HauptquelleLandwirtschaft (ca. 80 %)
Verweildauer in Atmosphäreetwa 114 Jahre
SynonymeDistickstoffmonoxid, N₂O

In der Praxis

Was das für dich bedeutet

  • Achte beim Einkauf auf Bio-Siegel: Sie garantieren geringeren Stickstoffdüngereinsatz und damit weniger Lachgasemissionen.
  • Reduziere deinen Konsum von tierischen Produkten – jeder pflanzliche Ersatz senkt indirekt die Lachgasbelastung.
  • Verwende Sahnespender mit Lachgas nur sparsam; das Gas entweicht beim Sprühen in die Raumluft.
  • Informiere dich über regionale Saisonprodukte: Kurze Transportwege und weniger Dünger reduzieren die Gesamtemissionen.

Fragen

Häufige Fragen

Ist Lachgas aus Sahnespendern klimaschädlich?
Ja, denn das Gas entweicht beim Sprühen in die Atmosphäre. Da Lachgas ein starkes Treibhausgas ist, trägt jede Verwendung zur Erderwärmung bei. Für den gelegentlichen Privatgebrauch ist die Menge gering, aber bei häufigem Einsatz summieren sich die Emissionen.
Wie kann ich Lachgasemissionen beim Kochen vermeiden?
Verzichte auf Sahnespender mit Lachgas und schlage Sahne stattdessen mit einem Schneebesen oder elektrischen Rührgerät auf. Auch pflanzliche Alternativen wie Sojasahne lassen sich ohne Treibgas verarbeiten. So reduzierst du deinen persönlichen Fußabdruck direkt.
Hat Lachgas aus der Landwirtschaft Einfluss auf meine Gesundheit?
Lachgas selbst ist in geringen Konzentrationen nicht gesundheitsschädlich für den Menschen. Allerdings trägt es zum Klimawandel bei, der wiederum Hitzewellen, Luftverschmutzung und Ernteausfälle verursacht. Indirekt betrifft das also auch deine Gesundheit und Lebensmittelversorgung.