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Glossar · Industry

Rendering

Industrielles Verfahren, bei dem tierische Nebenprodukte zu Fetten, Proteinen und anderen Stoffen verarbeitet werden.

Definition

Was „Rendering" bedeutet

Rendering bezeichnet das Erhitzen und Trennen von tierischen Geweben wie Knochen, Fett und Innereien, um Talg, Schmalz sowie Fleisch- und Knochenmehl herzustellen. Diese Ausgangsprodukte finden Verwendung in Tierfutter, Biodiesel, Kosmetika und Futtermitteln. Der Prozess trägt zwar zur Abfallverwertung bei, wirft jedoch ethische Bedenken hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs und der Abhängigkeit von tierischen Produkten auf.

Im Detail

Die ausführliche Antwort

Rendering ist ein industrieller Verarbeitungsprozess, bei dem tierische Nebenprodukte wie Schlachtabfälle, Knochen, Fettgewebe und verendete Tiere durch Erhitzen in verwertbare Bestandteile zerlegt werden. Verbraucher begegnen dem Ergebnis dieses Prozesses häufig indirekt, etwa in Tierfutter, Biodiesel, Seifen oder als technische Fette. Die Anlagen, sogenannte Rendering-Werke, sind weltweit verbreitet und verarbeiten jährlich Millionen Tonnen Material.

Im Kern funktioniert Rendering durch Kochen des Ausgangsmaterials bei Temperaturen zwischen 120 und 140 Grad Celsius, wodurch Fett schmilzt und sich von festen Proteinen und Mineralien trennt. Das flüssige Fett wird abgeschöpft und zu Talg, Schmalz oder technischen Ölen weiterverarbeitet; die feste Phase, das sogenannte Griebenmehl, wird getrocknet und gemahlen. Dieser Prozess tötet Krankheitserreger ab, stabilisiert die Produkte und reduziert das Volumen des Abfalls um bis zu 70 Prozent.

Für Menschen, die sich pflanzlich ernähren, ist Rendering relevant, weil es zeigt, wie tief tierische Bestandteile in der industriellen Lieferkette verankert sind – selbst in Produkten, die auf den ersten Blick nichts mit Tieren zu tun haben. Die Praxis ist aus Sicht der Kreislaufwirtschaft effizient, wirft jedoch ethische Fragen auf, da sie die Nachfrage nach Schlachttieren stützt und die Wahrnehmung von Tierkörpern als bloßem Rohmaterial normalisiert.

Auf einen Blick

Kurz und knapp

Kurz und knappRendering
AspektDas Wichtigste
HauptprodukteTierfett, Griebenmehl, technische Fette
Typische Temperatur120–140 Grad Celsius
Jährliche MengeÜber 20 Millionen Tonnen in der EU
Häufigste RohstoffeSchlachtabfälle, Knochen, verendete Tiere

In der Praxis

Was das für dich bedeutet

  • Achte bei Tierfutter auf Begriffe wie „tierische Nebenerzeugnisse“ – sie stammen oft aus Rendering-Prozessen.
  • Viele Kosmetika und Kerzen enthalten Stearin oder Talg; pflanzliche Alternativen sind Kokos- oder Sojawachs.
  • In der Küche kannst du tierische Fette wie Schmalz durch Kokosöl oder pflanzliche Margarine ersetzen.
  • Frage beim Einkauf nach, ob Biodiesel aus pflanzlichen oder tierischen Quellen gewonnen wird – Letzteres fördert die Schlachtindustrie.

Fragen

Häufige Fragen

Ist Rendering dasselbe wie Recycling?
Nein, Rendering ist ein industrieller Aufbereitungsprozess, der tierische Abfälle in neue Produkte umwandelt. Während Recycling oft Materialkreisläufe schließt, stützt Rendering die Nachfrage nach Schlachttieren, da es deren Nebenprodukte wirtschaftlich verwertbar macht. Es ist eher eine Verwertung als ein echtes Recycling im ökologischen Sinne.
Kann ich Produkte aus Rendering im Alltag vermeiden?
Ja, aber es erfordert Aufmerksamkeit. Tierische Fette und Proteine aus Rendering stecken in vielen Fertiglebensmitteln, Kosmetika, Kerzen und Tierfutter. Ein pflanzlicher Lebensstil mit unverarbeiteten Lebensmitteln und bewusster Wahl bei Pflegeprodukten reduziert die Nachfrage nach diesen Inhaltsstoffen erheblich.
Warum wird Rendering überhaupt durchgeführt?
Rendering dient der wirtschaftlichen Verwertung von Schlachtabfällen, die sonst teuer entsorgt werden müssten. Es produziert Fette und Proteine für Futtermittel, Industrie und Energie. Aus Sicht der Fleischindustrie ist es ein notwendiger Schritt, um Abfall zu minimieren und zusätzliche Einnahmen zu generieren.