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🔥 Glaube & Tiere

Zoroastrismus

Die zoroastrischen Ideale der Harmlosigkeit und der universellen liebenden Güte demonstrieren

Überblick

Zoroastrismus — und die Tiere

Der Zoroastrismus, eine der ältesten monotheistischen Religionen der Welt, betont den ewigen Kampf zwischen Gut (Asha) und Böse (Druj). Zentral für diesen Pfad ist das Konzept von Vohu Manah, oder der 'Gute Sinn', der eng mit dem Schutz und der Pflege von Tieren verbunden ist. Die Tradition lehrt, dass Menschen Verwalter der Schöpfung sind und dass unsere Wahl der Ernährung unsere Verpflichtung gegenüber der göttlichen Ordnung und der schließlichen Erneuerung der Welt, bekannt als Frashogard, widerspiegelt.

Historische Texte und die Aussprüche der Hohepriester legen nahe, dass der Vegetarismus der ursprüngliche und natürliche Zustand der Menschheit war. Laut dem Schahname war es der Teufel, Ahriman, der zuerst das Essen von Fleisch einführte, um die Menschheit zu korrumpieren und das Leben zu zerstören. Durch die Rückkehr zu einer pflanzlichen Ernährung richten sich Zoroastrier an der Reinheit der frühen Schöpfungen und der Weisheit der Amesha Spentas aus, insbesondere an Bahman Ameshaspand, der über das Tierreich präsidiert.

Die moderne zoroastrische Praxis ehrt diese Ideale weiterhin durch spezifische fleischlose Tage und Monate. Während viele in der heutigen Parsi-Gemeinschaft Fleisch konsumieren, bieten die religiösen Grundsätze und historischen Schriften wie der Denkard und das Bundahischn eine starke Grundlage für einen mitfühlenden, pflanzlichen Lebensstil. Die Wahl einer vegetarischen Ernährung wird nicht nur als gesundheitliche Entscheidung gesehen, sondern als eine spirituelle Praxis, die ein langes Leben fördert, Sünden reduziert und die Seele auf die Auferstehung vorbereitet.

Zoroastrismus — Glaube & Tiere
Symbolische Darstellung – keine Abbildung einer Person, eines Propheten oder einer Gottheit.

Prinzipien

Lehren, die auf den Teller weisen

1

Vohu Manah (Der Gute Sinn)

Der Gute Sinn ist das göttliche Attribut, das den Menschen mit der Weisheit von Ahura Mazda verbindet. Er wird speziell mit dem Schutz von Tieren in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass ein von Güte erfüllter Geist von Natur aus danach strebt, Lebewesen zu schützen, anstatt ihnen zu schaden.

2

Asha (Wahrheit und Rechtschaffenheit)

Asha repräsentiert die kosmische Ordnung und Harmonie. In Übereinstimmung mit Asha zu leben bedeutet, die Reinheit der Welt zu bewahren, wozu auch die Vermeidung der „Fäulnis“ gehört, die mit toter Materie und Gewalt gegen unschuldige Wesen verbunden ist.

3

Frashogard (Die Erneuerung)

Die endgültige Erneuerung des Universums ist ein Zustand, in dem Tod und Leiden aufhören. Die heiligen Schriften legen nahe, dass die Menschheit in diesem vollendeten zukünftigen Zustand zu einer vegetarischen Ernährung zurückkehren wird, was eine pflanzliche Ernährung zu einer Möglichkeit macht, für die kommende Welt zu üben.

4

Verantwortung für Gospandan

Zoroastrier sind dazu aufgerufen, Hüter der „wohltätigen Tiere“ (Gospandan) zu sein. Diesen Haustieren Schaden zuzufügen, wird als Sünde angesehen, die Hand, Rede und Denken in Ungerechtigkeit verstrickt.

5

Körperliche Reinheit

Das Avesta lehrt, dass tote Körper (Nasu) Quellen der Zersetzung und des Schadens sind. Der Verzehr von Fleisch wird als Einführung dieser Fäulnis in den Körper angesehen, was dem zoroastrischen Ziel der Aufrechterhaltung der körperlichen und geistigen Gesundheit widerspricht.

6

Harmlosigkeit

Der Glaube ermutigt zu einem Leben der Harmlosigkeit und universellen liebenden Güte. Dies erstreckt sich auf alle Schöpfungen von Ahura Mazda und betont, dass das Leben eines Tieres von Gott vorherbestimmt ist und nicht durch menschlichen Appetit verkürzt werden sollte.

“Enthaltet euch strengstens des Genusses des Fleisches von Rindern und allen wohltätigen Tieren (Gospandan), damit ihr nicht in dieser und der nächsten Welt einer strengen Abrechnung gegenübergestellt werdet.”

— Adarbad Mahraspandan, Hohepriester und Premierminister

“Seid Pflanzenesser (Urwar Khwarishn), o ihr Menschen, damit ihr lange leben mögt. Und haltet euch fern vom Körper nützlicher Tiere.”

— Hohepriester Atrupat-e Emetan, Dinkard Buch 6

“Auch wenn du nur einen Bissen essen magst, verwickelst du deine Hand in Sünde; und selbst wenn ein Kamel von einer (anderen) Person an einem anderen Ort geschlachtet wird, ist es so, als hättest du (der du sein Fleisch isst) es mit deiner eigenen Hand geschlachtet.”

— Adarbad Mahraspandan

“Innerhalb (Deiner) Herrschaft (O Ahura Mazda) werden alle lebenden Geschöpfe um Vohu Manahs willen genährt.”

— Gatha ha 34.3

“Warum unschuldige Tiere töten und diesen Magen zu einem Friedhof für 'Tiere' machen? Anstatt sich um den Körper zu kümmern, sollte man sich mehr um die Seele kümmern.”

— Brahmanischer Weiser zum Helden Kersasp, Kersasp Nameh

“Fleisch zu essen erscheint gemäß unserer heiligen Religion unangebracht... in der Zeremonie des Afringan ist es erforderlich, Trockenfrüchte, Blumen, Milch und Wasser darzubringen.”

— Dasturji Saheb Erachji von Navsari, Rehbar-e-Din-e Zarthoshti

In der Praxis

Die Ursprünge des Fleischessens

Laut dem Schahnameh von Firdowsi Tusi war der Übergang von einer pflanzlichen Ernährung zum Fleischessen keine natürliche Entwicklung, sondern eine Täuschung durch Ahriman (den Teufel). In der Verkleidung eines Kochs namens Iblis servierte Ahriman König Zohak Speisen aus dem Fleisch von Vögeln und Tieren, um ihn in Richtung Tyrannei und Vernichtung zu führen.

Diese Erzählung dient als Warnung, dass der Verzehr von Tieren mit bösen Absichten verbunden ist und das göttliche Ereignis des Frashogard stört. Indem Gläubige Pflanzen wählen, lehnen sie den Einfluss Ahrimans ab und kehren zur vom Schöpfer vorgesehenen Ernährung zurück.

In der Praxis

Schriftliche Anleitung zur Ernährung

Der Bundahishn beschreibt die Geschichte der menschlichen Ernährung und stellt fest, dass die ersten Menschen, Mashye und Mashyane, ursprünglich Wasser und Pflanzen zu sich nahmen. Es wird vorhergesagt, dass die Menschheit, je näher die Wiederauferstehung rückt, allmählich vom Fleisch- und Milchverzehr ablassen und zu einer Kost aus Gemüse und Wasser zurückkehren wird.

Oberpriester Atrupat-e Emetan, der im Dinkard schrieb, forderte die Menschen ausdrücklich dazu auf, 'Pflanzenesser' (urwar khwarishn) zu sein, um ein langes Leben zu gewährleisten und die Tatsache zu ehren, dass Ohrmazd die Pflanzen speziell zum Nutzen von Menschen und nützlichen Tieren erschaffen hat.

In der Praxis

Die Bedeutung von Bahman Ameshaspand

Bahman Ameshaspand ist der Yazata (Engel), der das gesamte Tierreich, einschließlich Vögel und Fische, beschützt. Das Schädigen von Tieren gilt als Vergehen gegen dieses göttliche Wesen.

Um Bahman zu ehren, beobachten Zoroastrier bestimmte fleischlose Tage. Diese Praxis dient als monatliche Erinnerung an den idealen Zustand der Barmherzigkeit und unterstreicht die Wichtigkeit des Schutzes jener Wesen, die unter Bahmans Obhut stehen.

In der Praxis

Reinheit und Gesundheit

Der Begriff 'drij-e nasu' bezeichnet die Fäulnis toter Materie. Zoroastrische Lehren besagen, dass, da eine Leiche als unrein gilt, der Verzehr von Fleisch diese Unreinheit in den menschlichen Körper bringt und Krankheiten verursacht.

Hervorragende Gelehrte wie Ervad Dr. Peshotan Peer argumentieren, dass Vegetarismus die einzige natürliche Nahrung für den Menschen sei, und weisen darauf hin, dass die menschliche Physiologie – insbesondere unsere Zähne – eher pflanzenfressenden Tieren als Fleischfressern ähnelt.

In der Praxis

Die prophetischen Ursprünge Zarathushtras

Das Leben des Propheten Zarathushtra ist traditionell mit einem tiefen Respekt vor lebenden Wesen verbunden. Laut dem Gelehrten Behramgor Tehmuras Anklesaria lebten die Eltern des Propheten fleischlos und ernährten sich von Milch und pflanzlichen Lebensmitteln. Diese Grundlage legt nahe, dass Zarathushtras eigener Körper durch nicht-gewalttätige Nahrung gebildet wurde, was einen spirituellen Vorgang für seine Anhänger begründet.

Diese Linie der Gewaltlosigkeit spiegelt den Glauben wider, dass die alten Zoroastrier ursprünglich Pflanzenesser waren. Die Einführung des Fleischverzehrs wird oft historisch als Abkehr von den ursprünglichen Bräuchen gesehen, insbesondere nach Zeiten äußerer Konflikte und kultureller Störungen. Die Rückkehr zu einer pflanzlichen Ernährung wird daher von vielen als Wiederherstellung des ursprünglichen, reinen Zustands des Glaubens betrachtet.

In der Praxis

Die mythologische Warnung des Königs Zohak

In dem persischen Epos Shahnameh erzählt der Dichter Firdowsi Tusi eine warnende Geschichte über die Entstehung des Fleischverzehrs. Demnach verkleidete sich Ahriman, der Geist der Täuschung, als Koch namens Iblis, um dem tyrannischen König Zohak zu dienen. Indem er Gerichte aus dem Fleisch von Vögeln und Tieren einführte, suchte Ahriman das menschliche Herz zu verhärten und das göttliche Gleichgewicht der Welt zu stören.

Diese Geschichte dient als symbolische Warnung, dass der Verzehr von Tieren keine natürliche menschliche Neigung, sondern eine Fälschung ist, die den spirituellen Fortschritt behindern soll. Indem Gläubige Fleisch ablehnen, widerstehen sie diesen alten Täuschungen und arbeiten auf die 'Frashogard' hin – die endgültige Erneuerung und Heilung der Welt, in der Tod und Grausamkeit ein Ende finden.

In der Praxis

Die Weisheit der Oberpriester

Im Laufe der Geschichte haben zoroastrische Oberpriester klare Anweisungen zur Ethik der Ernährung gegeben. Adarbad Mahraspandan, ein bedeutender Priester während der Sassanidenzeit, warnte, dass bereits ein einziger Bissen Fleisch die Hand in Sünde verwickelt. Er lehrte eine Lehre der kollektiven Verantwortung und meinte, dass, wenn ein Tier anderswo getötet wird, derjenige, der das Fleisch verzehrt, an der Tat beteiligt ist, als hätte er sie selbst vollzogen.

Später, im 11. Jahrhundert, wiederholte Oberpriester Atrupat-e Emetan diese Ansichten im Dinkard. Er forderte die Menschen ausdrücklich auf, 'urwar khwarishn' (Pflanzenesser) zu sein, um ein langes und gesundes Leben zu gewährleisten. Er betonte, dass Ohrmazd eine große Vielfalt an Pflanzen speziell zum Nutzen von Menschen und Tieren erschaffen habe, was darauf hindeutet, dass die Erde ausreichend Nahrung ohne Notwendigkeit von Schlachtungen bereitstellt.

In der Praxis

Tierfürsorge und der Gute Geist

Die Gathas und spätere Kommentare verbinden den Schutz von Tieren direkt mit 'Vohu Manah', dem Guten Geist. In Gatha ha 46.4 wird darauf hingewiesen, dass diejenigen, die die freie Bewegung und das Leben von Rindern behindern, mit 'böser Kraft' handeln. Umgekehrt gilt, dass diejenigen, die Tiere vor Schaden befreien, die Pfade der Weisheit für sich selbst öffnen.

Diese Fürsorge geht über einfache Enthaltsamkeit vom Fleischverzehr hinaus; sie ist ein aktiver Schutz des Tierreichs. Da Bahman Ameshaspand (der Erzengel des Guten Geistes) der Beschützer aller Tiere, einschließlich Vögel und Fische, ist, gilt jede freundliche Handlung gegenüber diesen Geschöpfen als Hingabe an die göttliche Ordnung. Der Schutz der Unschuldigen wird als Voraussetzung für spirituelle Weisheit betrachtet.

In der Praxis

Der Kreislauf der Ernährung im Bundahishn

Der Bundahishn, ein grundlegendes Textwerk zur zoroastrischen Kosmogonie, beschreibt eine spirituelle Entwicklung in der Art, wie Menschen Nahrung zu sich nehmen. Darin wird darauf hingewiesen, dass die ersten Menschen, Mashye und Mashyane, vom Verzehr von Wasser zu Pflanzen, dann zu Milch und schließlich zu Fleisch übergingen. Der Text deutet jedoch an, dass sich dieser Prozess umkehren wird, wenn die Menschheit der Zeit der Auferstehung und des zukünftigen Daseins näher kommt.

In dem kommenden Jahrtausend des Hoshedarmah sagt der Text voraus, dass der menschliche Appetit nachlassen und der Wunsch nach Fleisch der erste sein wird, der aufgegeben wird. Diesem folgt die Einstellung des Genusses von Milch und Brot, bis die Menschheit in einem Zustand der 'Überfülle' durch spirituelle Ernährung existiert. Die Wahl einer pflanzlichen Ernährung heute wird von einigen als Ausrichtung an diesem zukünftigen Zustand der Vollkommenheit gesehen.

In der Praxis

Barmherziger Dialog innerhalb der Gemeinschaft

Wenn innerhalb der Parsen- und zoroastrischen Gemeinschaft über Vegetarismus gesprochen wird, ist es hilfreich, diese Entscheidung als 'Tarikat' oder wesentliche spirituelle Praxis zu betrachten, statt als modernen westlichen Import. Indem man auf die 'Anahita' oder Reinheit des Körpers verweist, kann man anderen verdeutlichen, dass das Meiden von 'Nasu' (totes Materie) mit den traditionellen Gesetzen der Hygiene und rituellen Reinheit übereinstimmt.

Es ist wichtig, solche Gespräche mit der im Glauben verankerten 'allumfassenden Barmherzigkeit' zu führen. Statt jene zu verurteilen, die den üblichen Bräuchen folgen, kann man auf die fleischlosen Tage Bahman, Mohor, Gosh und Ram verweisen, die als Beleg dafür dienen, dass die Religion von jeher eine pflanzenbasierte Lebensweise bevorzugt. Dadurch erscheint der Übergang als tieferes Bekenntnis zum eigenen Erbe.

Essen

Pflanzliche Ernährung in dieser Tradition

Während des Monats Bahman bereiten Zoroastrier traditionell vollwertige vegetarische Mahlzeiten zu.

Gültige religiöse Opfergaben für Zeremonien umfassen Trockenfrüchte, Blumen, Milch und Wasser.

Die traditionelle Ernährung in alten Zeiten basierte auf Dingen, die aus dem Boden wuchsen, wie Getreide und Früchte.

Geweihte Nahrung im Jahrtausend von Hoshedarmah soll den Menschen für drei Tage und Nächte stärken.

Die in der Literatur beschriebene 'unschuldige Diät' der Weisen besteht aus Gemüse und einfachen Pflanzen.

Milch war historisch gesehen eine Übergangsnahrung, wird aber in der höchsten Stufe der spirituellen Ernährung, wie sie im Bundahishn beschrieben wird, weggelassen.

Die traditionelle Parsi-Küche bietet viele gemüsebetonte Gerichte wie 'Dhan Dar' (gelbe Linsen), die mit 'Patia' (einer würzigen Sauce auf Tomatenbasis) serviert werden können, wobei Gemüse anstelle von Fisch verwendet wird.

Während Bahman Mah bereiten viele Familien 'Khichdi' und 'Sas' mit pflanzlichen Zutaten zu, um die Heiligkeit des Monats zu wahren.

Die Verwendung von 'Gwashm' (geweihter Nahrung) im zukünftigen Jahrtausend soll eine solche Kraft verleihen, dass ein einziger Geschmack einen Menschen tagelang nährt, was die spirituelle Natur wahrer Nahrung hervorhebt.

Die alte zoroastrische Ernährung konzentrierte sich stark auf 'Getreidenahrung' sowie 'Gras und Futter' für das Vieh, wie in Gatha 5.20 erwähnt, was eine auf Getreide und Pflanzen basierende landwirtschaftliche Grundlage betont.

Argumente

Sechs Argumente, die Gläubige aus ihren eigenen Schriften ableiten

Dies sind keine Argumente gegen die Religion; es sind Argumente, die praktizierende Juden, Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten, Jainas, Sikh, Anhänger des Zarathustrismus, Heiden und Quäker führen, um darzulegen, was ihre eigenen Verpflichtungen bedeuten, sobald die industrielle Tierhaltung ehrlich beschrieben wird.

01

Der Maßstab ist neu; die Lehre ist es nicht

Jede auf diesen Seiten zitierte Heilige Schrift wurde in einer Welt verfasst, in der es kleine Herden, namentlich bekannte Tiere und sichtbare Schlachtungen gab. Niemand hat damals an siebzig Milliarden Landtiere pro Jahr in fensterlosen Ställen gedacht. Gläubige, die sich pflanzlich ernähren, behaupten selten, einen versteckten veganen Vers entdeckt zu haben – sie argumentieren, dass die alte Regel der Barmherzigkeit, angewandt auf ein wirklich neues System, eine neue Antwort hervorbringt.

Gemeinsam allen hier behandelten Traditionen.

02

Regeln für rituelle Schlachtung setzen Voraus, was es nicht mehr gibt

Das koschere und halal gerechte Schlachtgesetz sowie die hinduistischen und buddhistischen Vorstellungen zum Leben einer Kuh oder eines Vogels setzen voraus, dass das Tier vor dem Tod gefüttert, getränkt, ausgeruht und ohne Grausamkeit behandelt wurde. Die industrielle Tierhaltung verletzt diese Voraussetzung lange vor dem Messer. Eine wachsende Zahl von Rabbinern, Imamen und Pandits argumentiert, dass die Voraussetzung daher bereits auf dem Hof nicht erfüllt ist, selbst wenn die Schlachthalle zertifiziert ist.

03

Milchprodukte und Eier sind nicht die Ausnahme, die manche annehmen

Das traditionell sanfte Bild – Milch freiwillig gegeben, Eier einfach gesammelt – beschrieb ein Haustier. Die moderne Milchgewinnung beinhaltet jährliche Besamung und das Wegnehmen der Kälber; die moderne Eierproduktion beinhaltet das Töten männlicher Küken. Traditionen, die Milchprodukte erlauben, weil sie dem Tier nichts kosten, sind nach ihrer eigenen Logik verpflichtet, darauf zu schauen, was es ihr heute kostet.

04

Gastfreundschaft ist eine religiöse Pflicht und kann ohne Schaden erfüllt werden

Das Speisen des Fremden erscheint als Verpflichtung in nahezu jeder Tradition: langar, iftar, das Gemeindeessen, prasadam, der Sabbattisch. Ein pflanzlicher Tisch ist der inklusivste, der zur Verfügung steht – kein Gast wird durch kashrut, halal, Kastenregeln, Allergien oder Gewissensgründe ausgeschlossen. Gemeinschaften, die den Wechsel vollziehen, stellen meist fest, dass Gastfreundschaft leichter wurde, nicht schwerer.

05

Sorge um die Schöpfung ist nicht trennbar von dem, was wir essen

Die Tierhaltung ist eine der Hauptursachen für Entwaldung, den Verbrauch von Süßwasser und Treibhausgasemissionen. Traditionen, die lehren, dass die Erde uns anvertraut ist – von Laudato Si' bis zur zoroastrischen Pflicht, Wasser und Boden unversehrt zu halten – betrachten die Ernährung zunehmend als Teil dieses Vertrauens und nicht als private Vorliebe.

06

Gesundheit und der Leib als Gabe

Mehrere Traditionen betrachten den Körper als etwas, das man verwaltet: Adventisten lehren seit über einem Jahrhundert eine pflanzliche Ernährung, und ihre Langlebigkeitsdaten gehören zu den am besten untersuchten in der Ernährungswissenschaft. Wo die Heilige Schrift Gläubige auffordert, ihre Gesundheit zu bewahren, ist die durchdachte pflanzliche Ernährung eine der wenigen Ernährungsformen mit starken wissenschaftlichen Belegen.

Aktion

Was eine Gemeinschaft tun kann

  1. 1Beachten Sie 'Anahiza', indem Sie während des gesamten Monats Bahman auf Fleisch verzichten.
  2. 2Verzichten Sie an den spezifischen Tagen Bahman, Mohor, Gosh und Ram eines jeden Monats auf den Verzehr von Fleisch.
  3. 3Wechseln Sie zu einer pflanzlichen Ernährung, um sich auf den Zustand von Frashogard (die endgültige Erneuerung) auszurichten.
  4. 4Stellen Sie sicher, dass bei religiösen Zeremonien wie Afringan nur gültige Opfergaben wie Früchte, Blumen und Wasser anstelle von Fleisch verwendet werden.
  5. 5Studieren Sie die Gathas, um die Verbindung zwischen Vohu Manah (Guter Sinn) und dem Wohlergehen des Viehs zu verstehen.
  6. 6Vermeiden Sie es, in den drei Tagen nach dem Tod eines geliebten Menschen Fleisch zu essen, wie es der traditionelle Brauch vorschreibt.
  7. 7Unterstützen Sie Gnadenhöfe für Tiere als eine Art, Bahman Ameshaspand zu ehren.
  8. 8Klären Sie andere Gemeindemitglieder über die pflanzenfressende Natur der menschlichen Physiologie auf, wie sie in zoroastrischen Texten diskutiert wird.
  9. 9Lesen Sie 'Vegetarianism – From Zoroastrian Religious Point of View' von Ervad Dr. Peshotan Framarz Peer.
  10. 10Sehen Sie sich den Dokumentarfilm 'A Prayer for Compassion' an, um zu erfahren, wie Glaubenstraditionen den Veganismus annehmen.
  11. 11Teilen Sie pflanzliche traditionelle Parsi-Rezepte während der Gemeindefeste.
  12. 12Üben Sie Achtsamkeit in Bezug auf die Herkunft der Nahrung und denken Sie daran, dass der Verzehr von Tieren einen in die Sünde ihrer Schlachtung verwickelt.
  13. 13Beachten Sie den 'Parhiz' (Enthaltsamkeit) während des gesamten Monats Bahman, indem Sie traditionelle pflanzliche Parsi-Gerichte zubereiten.
  14. 14Ersetzen Sie tierische Opfergaben in Afringan-Zeremonien durch Trockenfrüchte, Blumen, Milch (oder pflanzliche Alternativen) und Wasser, wie im 'Behram Firoz Nameh' vorgeschlagen.
  15. 15Unterstützen Sie die Parsi Vegetarian and Temperance Society oder ähnliche Gruppen, die den 'urwar khwarishn'-Lebensstil fördern.
  16. 16Studieren Sie das 'Schahname' und 'Dinkard', um die historischen und mythologischen Wurzeln der Harmlosigkeit besser zu verstehen.

Einwände

Ehrliche Antworten auf überall auftretende Einwände

Jede Gemeinschaft bringt ungefähr dieselben Fragen ein. Keine davon ist unvernünftig, und keine ist neu. So antworten Praktizierende innerhalb dieser Traditionen gewöhnlich.

Erlaubt meine Heilige Schrift nicht den Verzehr von Fleisch?

In der Regel ja — Erlaubnis ist jedoch nicht dasselbe wie ein Gebot, und fast jede Tradition stellt diese Erlaubnis als eine Zugeständnis dar, das durch Bedingungen eingeschränkt ist: Dankbarkeit, Mäßigung, Vermeidung von Grausamkeit sowie Grenzen hinsichtlich Zeitpunkt und Art der Zubereitung. Gläubige, die pflanzliche Kost bevorzugen, argumentieren, dass diese Erlaubnis in der Praxis nicht mehr gilt, wenn jene Bedingungen nicht mehr eingehalten werden können.

In meiner Tradition wurden Tiere geopfert. Ist die Ablehnung von Fleisch dann nicht eine Ablehnung dessen?

Die meisten Traditionen mit einer Opferpraxis praktizieren tierische Opfer heute nicht mehr, und ihre eigenen Reformer haben sich bereits vor langer Zeit dagegen ausgesprochen — die hebräischen Propheten, frühe christliche Lehrer, buddhistische und jainistische Kritiker vedischer Rituale. Die Wahl pflanzlicher Kost wird meist als Fortsetzung dieser inneren Auseinandersetzung verstanden, nicht als Ablehnung der Tradition.

Wird das nicht meine Gemeinschaft spalten?

Gemeinden, die mit dem Essen statt mit der Lehre beginnen, berichten vom Gegenteil. Pflanzliche Speisen in ein gemeinsames Mahl einzubinden schließt niemanden aus; alles sofort wegzunehmen und darüber zu belehren führt hingegen schnell zu Spaltung. Jedes Kit empfiehlt den ersten Ansatz.

Was ist mit Festtagsgerichten, die seit jeher Fleisch, Milchprodukte oder Eier enthalten?

Nahezu jedes Kit beinhaltet pflanzliche Versionen der spezifischen Festtagsgerichte seiner Tradition, entwickelt von Köchinnen und Köchen aus der jeweiligen Gemeinschaft, gerade weil die Bedeutung des Gerichts in der Feier und im Rezept liegt, nicht im Tier.

Ist Sorge um Tiere nicht eine Ablenkung vom menschlichen Leid?

Die Arbeit in Schlachthöfen gehört zu den gefährlichsten und ausbeuterischsten Berufen in industrialisierten Ländern, intensive Tierhaltung konzentriert Umweltverschmutzung in den ärmsten Stadtteilen, und Getreide, das an Tiere verfüttert wird, konkurriert mit menschlicher Nahrung. Gläubige, die sich dafür einsetzen, betrachten dies meist als eine einzige Frage der Gerechtigkeit, nicht als zwei getrennte.

Ist eine pflanzliche Ernährung sicher für Kinder und Ältere?

Wichtige Ernährungsgesellschaften erklären, dass durchdacht geplante pflanzliche Ernährung in jeder Lebensphase geeignet ist, einschließlich Schwangerschaft, Säuglingsalter und hohem Alter, sofern auf Vitamin B12 und einige andere Nährstoffe geachtet wird. Gemeinschaften bitten üblicherweise eine Ernährungsfachkraft, die angebotenen Speisepläne zu prüfen.

Meine Geistlichen haben das nie erwähnt.

Viele wurden schlichtweg nie danach gefragt. Die Kits hinter diesen Seiten existieren, weil Geistliche Material angefordert haben, das sie lesen, anhand ihrer eigenen Quellen überprüfen und daraus predigen können. Eines dieser Kits einem Leiter zu übergeben, ist eine normale und willkommene Bitte, kein Herausforderung.

Muss ich perfekt sein?

Keine der hier vertretenen Traditionen verlangt Perfektion, und einige warnen ausdrücklich vor dem Stolz, der hinter ihr herjagt. Die einheitliche Empfehlung lautet: Orientierung auf den Weg: eine Mahlzeit, eine Versammlung, ein Fest nach dem anderen.

Erste Schritte

Ein Fünf-Schritte-Plan für eine Gemeinde

Nahezu jedes Aktionspaket empfiehlt dieselbe unspektakuläre Abfolge. Sie wirkt, weil sie mit Gastfreundschaft beginnt und nicht mit Streit.

  1. 1

    Beginnen Sie mit einer gemeinsamen Mahlzeit

    Veranstalten Sie einmal monatlich eine vollständig pflanzliche Mahlzeit, zubereitet von Menschen, die gut kochen. Nichts überzeugt so sehr wie ein gutes Mittagessen, das niemand erwartet hat zu genießen.

  2. 2

    Ändern Sie die Voreinstellungen, nicht die Regeln

    Stellen Sie pflanzliche Milch neben die Teekanne, bieten Sie an jedem Tisch eine vegane Option an, klar gekennzeichnet. Keine Ankündigungen nötig.

  3. 3

    Laden Sie eine Stimme aus der eigenen Tradition ein

    Ein Rabbi, Imam, Priester, Mönch, Granthi oder Freund, der auf diese Weise isst und es aus Ihren eigenen Quellen erklären kann, überzeugt mehr als jede externe Aktivistin oder jeder externe Aktivist.

  4. 4

    Lehren Sie die Texte, die Sie bereits haben

    Veranstalten Sie eine kurze Studienreihe zu den Stellen über Tiere in Ihrer heiligen Schrift. Lassen Sie die Menschen selbst zu Schlussfolgerungen kommen, während sie die Quellen vor sich haben.

  5. 5

    Erweitern Sie es über den Teller hinaus

    Überprüfen Sie, was die Gemeinschaft kauft: Leder, Seide, Wolle, Daunen, tierversuchte Produkte und die unterstützten Organisationen. Kleine Änderungen im Einkauf wirken länger als Begeisterung.

Ressourcen

Lesen, ansehen, vernetzen

Bücher

  • Vegetarianism – From Zoroastrian Religious Point of View — Ervad Dr. Peshotan Framarz Peer
  • The Teachings of the Magi — R. C. Zaehner
  • Rehbar-e-Din-e Zarthoshti — Dasturji Saheb Erachji of Navsari

Filme & Vorträge

  • Cowspiracy — Available on Netflix; explores the environmental impact of animal agriculture.
  • What the Health — Available on Netflix; examines the link between diet and disease.
  • Earthlings — A powerful documentary on animal cruelty; requires viewer discretion.
  • A Life Connected — A short, 11-minute feel-good video about the benefits of veganism.
  • The Metaphysics of Food — A presentation by Will Tuttle on the spiritual implications of our food choices.
  • A Prayer for Compassion — A documentary by Thomas Jackson focusing on faith and animal rights.

Fragen

Häufige Fragen

Ist Vegetarismus ein moderner westlicher Einfluss auf den Zarathustrismus?
Nein. Laut Ustad Saheb Behramshah Navroji Shroff ist Vegetarismus eine unfehlbare Regel der Natur und eine wesentliche Praxis (Tarikat), die seit dem Anfang der Schöpfung existiert, lange vor jeglichem modernen wissenschaftlichen oder westlichen Einfluss.
Warum essen viele Parsen Fleisch, wenn die Religion doch den Vegetarismus fördert?
Das Heft erklärt, dass dies ein 'ernster Irrtum' sei, der aus dem Kontakt mit anderen Gemeinschaften resultiert. Obwohl es verbreitet ist, wird es nicht durch die Kerngrundsätze des Glaubens gestützt, die eine pflanzenbasierte Ernährung als die natürliche Nahrung der Menschheit betrachten.
Welche Bedeutung hat der Monat Bahman?
Bahman ist der Monat, der dem Amesha Spenta gewidmet ist, der die Tiere beschützt. Zoroastrier werden ermutigt, während des gesamten Monats auf Fleisch zu verzichten, um Respekt vor dem Tierreich zu zeigen.
Erwähnt die Gatha das Wohlergehen der Tiere?
Ja. Gatha ha 32.12 verurteilt jene, die 'das Leben von Rindern aus Scherz und Spiel zerstören', und Gatha ha 46.4 spricht sich gegen jene aus, die durch böse Taten die freie Bewegung von Rindern verhindern.
Warum ist Fleisch drei Tage nach einem Todesfall verboten?
Gemäß dem Vendidad wird Fleisch als faulig (Nasu) betrachtet. Aus Respekt vor dem Verstorbenen und zur Wahrung der Reinheit des Hauses und der Gottesdienststätten wird während der anfänglichen Trauerzeit kein Fleisch verzehrt.
Was sagt der Glaube über die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung aus?
Der Hohepriester Atrupat-e Emetan lehrte, dass der Verzicht auf tierische Nahrung es ermögliche, 'lange zu leben'. Die Tradition besagt außerdem, dass das Meiden von Fleisch viele Krankheiten verhindert, die durch die 'Faulheit' toten Fleisches verursacht werden.
Wie hängt Ernährung mit dem 'Guten Geist' zusammen?
Vohu Manah (der Gute Geist) ist der Beschützer der Tiere. Indem man Tiere schützt und nicht isst, übt ein Gläubiger seinen Guten Geist aus und befreit die Pfade der Weisheit.
Wie sieht die zoroastrische Ansicht über die körperliche Natur des Menschen aus?
Die Überlieferung weist darauf hin, dass die menschlichen Zähne nicht denen von Raubtieren ähneln, sondern den pflanzenfressenden Lebewesen, was darauf hindeutet, dass die Natur für uns vorgesehen hat, Pflanzen zu essen.
Ist Vegetarismus eine moderne Neuerung im Zoroastrismus?
Nein, laut Gelehrten wie Ervad Dr. Peshotan Peer und Ustad Saheb Behramshah Shroff ist der Vegetarismus eine 'fehlerlose Regel der Natur' und eine wesentliche Praxis (tarikat), die bis zum Anfang der Schöpfung zurückreicht, und keine moderne westliche Entdeckung.
Warum wird Fleisch drei Tage nach einem Todesfall vermieden?
Gemäß dem Vendidad wird Fleisch als faulig (nasu) angesehen und darf weder in Gebetsstätten noch an Orten, an denen heilige Zeremonien stattfinden, zugelassen werden. Die Enthaltsamkeit von Fleisch während der Trauerzeit respektiert die Reinheit des Übergangs der Seele.
Welche Bedeutung haben die Tage Bahman, Mohor, Gosh und Ram?
Diese vier Tage jedes Monats sind dem Ameshaspand Bahman und seinen Mitwirkenden geweiht, die das Tierreich beschützen. Zoroastrier enthalten sich traditionell an diesen Tagen des Fleischgenusses, um ihre Rolle als Beschützer lebender Wesen zu ehren.

Gemeinsame Gedankenstränge

Derselbe Gedanke in fünfzehn Vokabeln

Lange bevor jemand das Wort vegan verwendete, hatte jede Tradition auf dieser Seite ein Wort dafür, unnötige Schädigung abzulehnen. Diese Wörter sind nicht austauschbar – jedes trägt seine eigene Geschichte, sein eigenes Gesetz und seine eigene Praxis – doch nebeneinander gelegt zeigen sie, wie weit verbreitet der zugrundeliegende Impuls ist.

WortTraditionWas es von uns verlangt
AhimsaJainismus, Hinduismus, BuddhismusNichtverletzung in Gedanke, Wort und Tat — das erste Gelübde und die Messlatte, an der jede andere Praxis gemessen wird.
Tza'ar ba'alei chayimJudentumDas Verbot, Lebewesen zu quälen, eine verpflichtende Vorschrift aus der Tora, die erheblichen Nutzen und Kosten überwiegt.
RahmaIslamBarmherzigkeit — das Attribut, mit dem Gott am Anfang fast jedes Kapitels des Koran genannt wird und das der Prophet ausdrücklich auch auf Tiere ausgedehnt hat.
Hüterschaft / Herrschaft als SorgeChristentumVerantwortung für die Schöpfung, verstanden am Vorbild eines Hirten und nicht eines Eigentümers: Die Tiere sind anvertraut, nicht überlassen.
DayaSikhismusMitgefühl als eine der fünf Tugenden, täglich gelebt im langar — eine kostenlose Mahlzeit für jedermann, traditionell fleischfrei, damit niemand ausgeschlossen wird.
Metta / karunaBuddhismusLiebevolle Güte und Mitgefühl, die bewusst allen fühlenden Wesen entgegengebracht werden, auch jenen, die letztlich auf dem Teller landen.
Zeugnis des FriedensQuäkerDie Ablehnung, an Gewalt teilzunehmen, die viele Freunde vom Krieg auf die systematische Tötung von Tieren ausgedehnt haben.
Asha / gute Gedanken, Worte, TatenZoroastrismusAusrichtung auf Wahrheit und rechte Ordnung, einschließlich der Sorge um die gute Schöpfung aus Wasser, Erde, Pflanzen und Tieren.

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