Skip to content

🌍 Glaube & Tiere

Interreligiöse Fürsprache

Gerechtigkeit und Mitgefühl für alles Leben innerhalb des vernetzten Gewebes des Daseins aufbauen.

Überblick

Interreligiöse Fürsprache — und die Tiere

Der Unitarische Universalismus (UU) ist eine liberale religiöse Tradition, die aus dem Zusammenschluss von Unitarismus und Universalismus hervorgegangen ist. Er ist eine „lebendige Tradition“, die Weisheit aus verschiedenen Quellen wie Wissenschaft, Poesie, heiligen Schriften und persönlicher Erfahrung schöpft. Anstatt an einem festen Dogma festzuhalten, lassen sich UUs von sieben Kernprinzipien leiten, die den innewohnenden Wert der Wesen und den Respekt vor dem vernetzten Gewebe allen Daseins betonen.

Die Unterstützung für Veganismus und Tierschutz ist tief in diesen Prinzipien verwurzelt. UUs werden ermutigt, sich auf eine freie und verantwortungsvolle Suche nach Wahrheit zu begeben, was oft zu einem tieferen Verständnis der moralischen Konsequenzen der Nahrungsmittelwahl führt. Durch das Erkennen der Auswirkungen der Tierhaltung auf die Erde, die Tiere und die menschlichen Arbeiter stellen viele UUs fest, dass eine pflanzliche Ernährung ihr tägliches Handeln mit ihren spirituellen Werten von Gerechtigkeit und Mitgefühl in Einklang bringt.

Im Jahr 2011 verabschiedete die Unitarian Universalist Association offiziell eine „Erklärung des Gewissens zu ethischer Ernährung“ (Statement of Conscience on Ethical Eating). Diese Erklärung unterstreicht den Einsatz für Umweltgerechtigkeit und die Anerkennung, dass die Art und Weise, wie Gesellschaften Lebensmittel produzieren und konsumieren, direkte moralische Auswirkungen hat. Dieses Engagement erstreckt sich auch auf die Arbeit des Unitarian Universalist Animal Ministry (UUAM), das Gemeinden dazu befähigt, durch Tierschutz eine anständigere Gesellschaft aufzubauen.

Die Tradition schöpft auch aus den Erkenntnissen historischer unitarischer und universalistischer Persönlichkeiten wie Henry David Thoreau, Ralph Waldo Emerson und Louisa May Alcott. Diese Denker reflektierten oft über den Zusammenhang zwischen unserem Umgang mit Tieren und unserer eigenen spirituellen Gesundheit und deuteten an, dass der Schritt hin zu einer „unschuldigeren und gesünderen Ernährung“ Teil der allmählichen Verbesserung und Bestimmung der menschlichen Rasse ist.

Interreligiöse Fürsprache — Glaube & Tiere
Symbolische Darstellung – keine Abbildung einer Person, eines Propheten oder einer Gottheit.

Prinzipien

Lehren, die auf den Teller weisen

1

Die innewohnende Würde und der Eigenwert

Während sich der erste Grundsatz auf jeden Menschen konzentriert, weiten unitarisch-universalistische Tierschützer diese Anerkennung des inneren Wertes auf alle empfindungsfähigen Wesen aus. Dieser Wert dient als moralischer Leitfaden, um andere mit Respekt zu behandeln, anstatt sie als bloße Handelsware zu betrachten.

2

Gerechtigkeit, Gleichheit und Mitgefühl

Der zweite Grundsatz fordert Mitgefühl in allen Beziehungen. Im Kontext ethischer Ernährung bedeutet dies, den systemischen Missbrauch in der Massentierhaltung zu untersuchen und eine gerechte Behandlung für alle Lebewesen anzustreben.

3

Eine freie und verantwortungsbewusste Suche nach Wahrheit

UUs werden ermutigt, sich mit den Fakten der Tierhaltung auseinanderzusetzen, einschließlich ihrer Auswirkungen auf den Klimawandel und das Tierleid. Diese Suche nach Sinn führt viele dazu, den Veganismus als wahrhaftige Antwort auf globale Herausforderungen anzunehmen.

4

Das Recht des Gewissens

Der fünfte Grundsatz betont die Nutzung des Gewissens in der Gesellschaft. Die Entscheidung für eine pflanzliche Ernährung ist ein Akt des Gewissens, der den persönlichen Konsum mit dem Ziel einer friedlicheren und gerechteren Welt in Einklang bringt.

5

Das Ziel einer Weltgemeinschaft

Das Streben nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für alle erfordert einen Blick über menschliche Grenzen hinaus. Eine Weltgemeinschaft ist erst dann wahrhaft gerecht, wenn sie den „blutigen Krieg“ gegen das Tierreich beendet.

6

Respekt vor dem Netz des Lebens

Der siebte Grundsatz ist ein Eckpfeiler des unitarisch-universalistischen Umweltschutzes. Er lehrt uns, dass wir Teil eines riesigen, miteinander verbundenen Systems sind, in dem das Wohlergehen der Erde und ihrer Tiere untrennbar mit unserem eigenen verbunden ist.

“Ethische Ernährung erkennt die moralischen Konsequenzen unserer Nahrungsmittelwahl an.”

— Erklärung des Gewissens der Unitarier und Universalisten (2011)

“Sie haben gerade gespeist, und wie gewissenhaft das Schlachthaus auch in der anmutigen Ferne von Meilen verborgen sein mag, es besteht eine Mitschuld.”

— Ralph Waldo Emerson

“Pflücke deinen Körper aus dem Obstgarten; reiße ihn nicht aus dem Schlachthaus. Ohne Fleischnahrung gäbe es keinen blutvergießenden Krieg.”

— Louisa May Alcott

“Ein Mensch ist nur dann ethisch, wenn das Leben als solches heilig ist, das der Pflanzen und Tiere ebenso wie das anderer Männer und Frauen.”

— Albert Schweitzer

“Gerechtigkeit oder gar Wohlwollen wird keine starke Triebfeder des Handelns sein, wenn sie sich nicht auf die gesamte Schöpfung erstreckt.”

— Mary Wollstonecraft

“Es muss die Zeit kommen, in der die durch Sitte und Gedankenlosigkeit geschützte Unmenschlichkeit der durch das Denken verfochtenen Menschlichkeit weichen wird.”

— Albert Schweitzer

In der Praxis

Die UU-Erklärung zum ethischen Essen

Im Jahr 2011 verabschiedeten die Unitarier-universalistischen Gemeinden kollektiv eine gewissenhafte Erklärung zu Ernährungssystemen. Darin wird festgehalten, dass ethisches Essen die moralischen Konsequenzen unserer Ernährungsentscheidungen anerkennt und deren direkte Auswirkungen auf Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen.

Diese Hingabe an ökologische Gerechtigkeit verpflichtet die Unitarier-universalistischen Anhänger, sorgfältig darauf zu achten, wie Lebensmittel erzeugt, gekauft und konsumiert werden. Sie fordert die Gemeinschaft dazu auf, über gedankenlose und vererbte Gewohnheiten hinauszugehen und ein System anzustreben, das allen Lebewesen, die am Nahrungserzeugungsprozess beteiligt sind, Respekt entgegenbringt.

In der Praxis

Historische Stimmen der Unitarier-universalistischen Tradition über die Verbundenheit mit Tieren

Die unitarisch-universalistische Tradition beherbergt viele transzendentale Denker, die sich für Tiere eingesetzt haben. Henry David Thoreau bemerkte berühmterweise, dass kein menschenfreundliches Wesen willkürlich ein Lebewesen töten würde, das das Leben genauso wie es selbst innehat. Ralph Waldo Emerson sprach von der 'Mitschuld', die entsteht, wenn man isst, während der Schlachthof durch räumliche Distanz verborgen bleibt.

Louisa May Alcott plädierte für eine 'pflanzliche Ernährung', um einen ruhigen Schlaf zu gewährleisten und die 'Schlachthäuser' der Fleischindustrie zu vermeiden. Außerdem argumentierte Mary Wollstonecraft, dass Freundlichkeit gegenüber Tieren wesentlich für die Erziehung sei, da Wohltätigkeit sich auf die 'gesamte Schöpfung' erstrecken müsse, um häusliche Tyrannei und Gewalt zu verhindern.

In der Praxis

Die Rolle des UU-Tierministeriums

Das Unitarisch-universelle Tierministerium (UUAM) ist eine wichtige Ressource für Gemeinden, die tierbezogene Themen in ihr spirituelles Leben integrieren möchten. Das Ministerium stärkt Einzelpersonen und fördert Gerechtigkeit und Mitgefühl durch lokale Gruppen in den Vereinigten Staaten und Kanada.

Das UUAM stellt liturgische Materialien bereit, wie beispielsweise Anleitungen für die „Segnung der Tiere“, und veranstaltet jährliche Predigtwettbewerbe, um theologische Überlegungen zu unserer Verantwortung gegenüber nichtmenschlichen Tieren zu fördern. Ihre Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass unsere Verbindung mit der mehr-als-menschlichen Welt uns hilft, authentischer zu leben.

In der Praxis

Verantwortung und Verwandtschaft

Pfarrer John Gibb Millspaugh, eine führende Persönlichkeit der ethischen Ernährungsbewegung innerhalb des Unitarischen Universalismus, weist darauf hin, dass unabhängig davon, ob man an Verantwortung (Stewardship), Evolution oder Schöpfung glaubt, das Ergebnis dasselbe ist: Wir tragen eine besondere Verantwortung gegenüber den Tieren.

Wenn wir Hüter sind, müssen wir ihr Wohlergehen sicherstellen. Wenn wir durch Evolution oder Schöpfung miteinander verwandt sind, sind sie buchstäblich unsere Familie. Diese Überzeugungen stellen eine moralische Forderung an uns, uns gegen den mechanisierten, systematischen Missbrauch in der modernen Tierhaltung zu stellen.

In der Praxis

Die Sieben Prinzipien als Leitfaden für Veganismus

Der Unitarische Universalismus ist eine lebendige Tradition, die aus vielfältigen Quellen schöpft, darunter Wissenschaft, Dichtung und persönliche Erfahrung. Obwohl die Sieben Prinzipien keine bestimmte Ernährungsform ausdrücklich vorschreiben, dienen sie doch als moralische Leitlinien, die viele Unitarier*innen als Aufforderung zum Veganismus verstehen. Das Erste Prinzip, das die inhärente Würde und den Wert jedes Menschen bekräftigt, wird von Tierbefürwortern oft erweitert, um den inhärenten Wert aller empfindungsfähigen Wesen einzuschließen. Diese Sichtweise legt nahe, dass wir, wenn wir Leben und Würde schätzen, die Auswirkungen unseres Konsums auf jene bedenken müssen, die nicht für sich selbst sprechen können.

Das Siebte Prinzip – die Achtung vor dem vernetzten Gefüge allen Seins, dessen Teil wir sind – wird wohl am häufigsten als Grundlage für den unitarisch-universalistischen Veganismus angeführt. Dieses Prinzip erkennt an, dass die menschliche Gesundheit, die Stabilität der Umwelt und das Wohlergehen der Tiere untrennbar miteinander verbunden sind. Indem Unitarier*innen eine pflanzenbasierte Lebensweise wählen, handeln sie im Einklang mit diesem Gefüge und erkennen an, dass der durch die industrielle Tierhaltung verursachte Schaden für Tiere und Erde letztlich die gesamte spirituelle und biologische Gemeinschaft betrifft.

  • Erstes Prinzip: Die inhärente Würde und der Wert jedes Menschen (oft erweitert auf alle Lebewesen).
  • Zweites Prinzip: Gerechtigkeit, Gleichheit und Mitgefühl in den Beziehungen zwischen Menschen.
  • Sechstes Prinzip: Das Ziel einer Weltgemeinschaft mit Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für alle.
  • Siebtes Prinzip: Achtung vor dem vernetzten Gefüge allen Seins.

In der Praxis

Umweltgerechtigkeit und Klimaschutz

Das Engagement der Unitarier*innen für Umweltgerechtigkeit ist eng verbunden mit der Art und Weise, wie die Gesellschaft Nahrungsmittel produziert und konsumiert. In der Erklärung von 2011 zur ethischen Ernährung betonte der Verband, dass unsere Ernährungssysteme direkte Auswirkungen auf die Erde sowie auf Pflanzen und Tiere haben. Viele unitarisch-universalistische Führungspersönlichkeiten sehen die moderne Tierhaltung als eine der Hauptursachen für den Klimawandel, den Verlust von Lebensräumen und die Wasserverschmutzung an, weshalb eine pflanzenbasierte Ernährung als aktive Form der ökologischen Verantwortung gilt.

Diese Lehre betont, dass ethisches Essen nicht nur eine persönliche Gesundheitsfrage ist, sondern eine gemeinschaftliche Verantwortung. Indem Menschen tierische Produkte reduzieren oder ganz vermeiden, tragen sie dazu bei, die Zukunft des Planeten für alle kommenden Generationen zu sichern. Dies steht im Einklang mit dem unitarisch-universalistischen Ziel, eine Weltgemeinschaft zu schaffen, in der Frieden und Gerechtigkeit gedeihen können – ein Ziel, das ohne eine stabile und geachtete natürliche Umwelt nicht erreichbar ist.

In der Praxis

Mitgefühl mit Arbeitenden und Menschenrechte

Ein umfassender unitarisch-universalistischer Ansatz zum Veganismus schließt tiefe Sorge um die Menschen ein, die im Ernährungssystem arbeiten. Die Erklärung von 2011 zur ethischen Ernährung erwähnt ausdrücklich die „Menschen, die dafür sorgen, dass unsere Nahrung verfügbar ist“. Befürworter*innen innerhalb der Tradition weisen darauf hin, dass die Schlachthausindustrie oft auf marginalisierte Bevölkerungsgruppen angewiesen ist, die hohen Risiken für körperliche Verletzungen und psychische Traumata ausgesetzt sind. Die Wahl pflanzlicher Lebensmittel wird daher als eine Möglichkeit gesehen, die Unterstützung für Systeme zurückzuziehen, die sowohl Tiere als auch besonders verletzliche menschliche Arbeitnehmer*innen ausbeuten.

Gerechtigkeit und Gleichheit in den menschlichen Beziehungen, wie sie im Zweiten Prinzip gefordert werden, verlangen von uns, auf die „Schlachthöfe“ – wie Louisa May Alcott es nannte – zu schauen und unsere Mitschuld an Gewaltstrukturen anzuerkennen. Indem sie für eine „unschuldigere und gesündere Ernährung“ eintreten, wie Henry David Thoreau es vorschlug, suchen Unitarier*innen eine Gesellschaft aufzubauen, in der niemand gezwungen ist, gewalttätige Arbeit zu leisten, um anderen Nahrung zu verschaffen.

In der Praxis

Historische Stimmen des Gewissens

Die Wurzeln des Tierschutzes in der unitarisch-universalistischen Tradition reichen zurück bis zu frühen unitarischen und universalistischen Denkern, die Freundlichkeit gegenüber Tieren als Voraussetzung für eine zivilisierte Gesellschaft ansahen. Mary Wollstonecraft, eine Unitarierin des 18. Jahrhunderts, argumentierte, dass Gerechtigkeit und Wohltätigkeit sich auf „die gesamte Schöpfung“ erstrecken müssten, um wahre Tugenden zu sein. Sie war der Ansicht, dass es entscheidend sei, Kinder dazu zu erziehen, Tieren gegenüber freundlich zu sein, um „häusliche Tyrannei“ und Gewalt gegen Menschen im späteren Leben zu verhindern.

Transzendentalisten wie Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau lieferten ebenfalls frühe philosophische Argumente für den Vegetarismus. Emerson sprach von der „Mitschuld“, die in der Distanz zwischen Esstisch und Schlachthof liege, während Thoreau den Übergang weg vom Fleischverzehr als Teil des „Schicksals der Menschheit“ im Rahmen ihrer schrittweisen moralischen Verbesserung sah. Diese historischen Persönlichkeiten erinnern moderne Unitarier und Universalisten daran, dass ihr Anliegen um die Tiere ein langjähriger Bestandteil ihres theologischen Erbes ist.

In der Praxis

Die Seele durch achtsame Ernährung nähren

Im Unitarischen Universalismus ist die Suche nach Wahrheit und Sinn eine „freie und verantwortliche“ Reise. Für viele gehört dazu auch die spirituelle Praxis der Achtsamkeit gegenüber dem, was sie auf ihrem Teller haben. Pfarrer John Gibb Millspaugh und andere unitarisch-universalistische Geistliche weisen darauf hin, dass unsere Handlungen der wichtigste Ausdruck unserer Spiritualität sind. Wenn wir unsere alltäglichen Gewohnheiten mit unseren Werten wie Mitgefühl und Gewaltlosigkeit in Einklang bringen, leben wir authentischer.

Die Tradition nutzt verschiedene liturgische Formen, um diese Verbindung zu feiern, etwa die „Segnung der Tiere“. Diese Gottesdienste sowie Texte wie „Frei von Leid“ und „Alle Tiere sind unsere Verwandten“ helfen den Gemeinden, die Vorstellung zu verinnerlichen, dass Tiere keine bloßen Waren, sondern Verwandte sind. Dieser spirituelle Wandel von der „Beherrschung“ hin zur „Harmonie“ wird als ein Weg verstanden, die Wunden zu heilen, die die Menschheit der Erde zugefügt hat.

Essen

Pflanzliche Ernährung in dieser Tradition

Pflanzliche Mahlzeiten als 'Standard' für UU-Gemeinschaftstreffen.

Im Obstgarten gepflücktes Obst und Gemüse, wie von Louisa May Alcott befürwortet.

Vollwertige, 'unschuldige' Ernährung bestehend aus Getreide und Pflanzen.

Vegane Optionen für Kaffeestunden und Mitbring-Buffets der Gemeinde.

Pflanzliche Rezepte, die den CO2-Fußabdruck der Gemeinschaft reduzieren.

Traditionelle 'Gemüsesuppe' als symbolische Mahlzeit für den Frieden.

Viele UU-Gemeinden praktizieren heute 'Ethisches Essen'-Buffets, bei denen alle Gerichte mit Zutaten gekennzeichnet sind, um verschiedene ethische und diätetische Entscheidungen zu respektieren.

Pflanzliche 'Liebesmahle' werden manchmal als gemeinschaftliche Form abgehalten, um die Fülle der Erde zu feiern, ohne Schaden anzurichten.

Während der Feierlichkeiten zum Tag der Erde betonen viele Gemeinden eine 'obstgartenbasierte' Ernährung, inspiriert von Louisa May Alcotts Aufruf, den Körper 'aus dem Obstgarten zu pflücken' statt aus dem Schlachthof.

Die 'DefaultVeg'-Strategie wird in UU-Räumen immer beliebter, um Inklusivität zu gewährleisten und den ökologischen Fußabdruck von Gemeinschaftstreffen zu verringern.

Argumente

Sechs Argumente, die Gläubige aus ihren eigenen Schriften ableiten

Dies sind keine Argumente gegen die Religion; es sind Argumente, die praktizierende Juden, Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten, Jainas, Sikh, Anhänger des Zarathustrismus, Heiden und Quäker führen, um darzulegen, was ihre eigenen Verpflichtungen bedeuten, sobald die industrielle Tierhaltung ehrlich beschrieben wird.

01

Der Maßstab ist neu; die Lehre ist es nicht

Jede auf diesen Seiten zitierte Heilige Schrift wurde in einer Welt verfasst, in der es kleine Herden, namentlich bekannte Tiere und sichtbare Schlachtungen gab. Niemand hat damals an siebzig Milliarden Landtiere pro Jahr in fensterlosen Ställen gedacht. Gläubige, die sich pflanzlich ernähren, behaupten selten, einen versteckten veganen Vers entdeckt zu haben – sie argumentieren, dass die alte Regel der Barmherzigkeit, angewandt auf ein wirklich neues System, eine neue Antwort hervorbringt.

Gemeinsam allen hier behandelten Traditionen.

02

Regeln für rituelle Schlachtung setzen Voraus, was es nicht mehr gibt

Das koschere und halal gerechte Schlachtgesetz sowie die hinduistischen und buddhistischen Vorstellungen zum Leben einer Kuh oder eines Vogels setzen voraus, dass das Tier vor dem Tod gefüttert, getränkt, ausgeruht und ohne Grausamkeit behandelt wurde. Die industrielle Tierhaltung verletzt diese Voraussetzung lange vor dem Messer. Eine wachsende Zahl von Rabbinern, Imamen und Pandits argumentiert, dass die Voraussetzung daher bereits auf dem Hof nicht erfüllt ist, selbst wenn die Schlachthalle zertifiziert ist.

03

Milchprodukte und Eier sind nicht die Ausnahme, die manche annehmen

Das traditionell sanfte Bild – Milch freiwillig gegeben, Eier einfach gesammelt – beschrieb ein Haustier. Die moderne Milchgewinnung beinhaltet jährliche Besamung und das Wegnehmen der Kälber; die moderne Eierproduktion beinhaltet das Töten männlicher Küken. Traditionen, die Milchprodukte erlauben, weil sie dem Tier nichts kosten, sind nach ihrer eigenen Logik verpflichtet, darauf zu schauen, was es ihr heute kostet.

04

Gastfreundschaft ist eine religiöse Pflicht und kann ohne Schaden erfüllt werden

Das Speisen des Fremden erscheint als Verpflichtung in nahezu jeder Tradition: langar, iftar, das Gemeindeessen, prasadam, der Sabbattisch. Ein pflanzlicher Tisch ist der inklusivste, der zur Verfügung steht – kein Gast wird durch kashrut, halal, Kastenregeln, Allergien oder Gewissensgründe ausgeschlossen. Gemeinschaften, die den Wechsel vollziehen, stellen meist fest, dass Gastfreundschaft leichter wurde, nicht schwerer.

05

Sorge um die Schöpfung ist nicht trennbar von dem, was wir essen

Die Tierhaltung ist eine der Hauptursachen für Entwaldung, den Verbrauch von Süßwasser und Treibhausgasemissionen. Traditionen, die lehren, dass die Erde uns anvertraut ist – von Laudato Si' bis zur zoroastrischen Pflicht, Wasser und Boden unversehrt zu halten – betrachten die Ernährung zunehmend als Teil dieses Vertrauens und nicht als private Vorliebe.

06

Gesundheit und der Leib als Gabe

Mehrere Traditionen betrachten den Körper als etwas, das man verwaltet: Adventisten lehren seit über einem Jahrhundert eine pflanzliche Ernährung, und ihre Langlebigkeitsdaten gehören zu den am besten untersuchten in der Ernährungswissenschaft. Wo die Heilige Schrift Gläubige auffordert, ihre Gesundheit zu bewahren, ist die durchdachte pflanzliche Ernährung eine der wenigen Ernährungsformen mit starken wissenschaftlichen Belegen.

Aktion

Was eine Gemeinschaft tun kann

  1. 1Übernehmen Sie die 'DefaultVeg'-Strategie, indem Sie pflanzliche Lebensmittel zum Standard für Gemeindeveranstaltungen machen.
  2. 2Nehmen Sie am jährlichen Predigtwettbewerb des UU Animal Ministry über die Verantwortung gegenüber Tieren teil.
  3. 3Organisieren Sie einen Gottesdienst zur 'Tiersegnung' unter Verwendung des UUAM-Ressourcenleitfadens.
  4. 4Laden Sie den Flyer 'Align Your Faith With Veganism' der Interfaith Vegan Coalition herunter und verteilen Sie ihn.
  5. 5Nehmen Sie an einem 6-wöchigen Online-Advocacy-Bootcamp der Animal Justice Academy teil.
  6. 6Engagieren Sie sich beim 'Zeugnis ablegen' in lokalen Einrichtungen durch das Animal Save Movement.
  7. 7Nutzen Sie K-12-Lehrpläne von TeachKind, um Tierschutzpädagogik in Jugendgruppen einzuführen.
  8. 8Veranstalten Sie Vorführungen von Dokumentarfilmen wie 'A Prayer for Compassion' oder 'Vegucated'.
  9. 9Lesen Sie 'Peace to All Beings' von Judy McCoy Carman, um die Verbindung zwischen Tierbefreiung und menschlichem Frieden zu erforschen.
  10. 10Unterstützen Sie lokale Gnadenhöfe wie das New Dawn Sanctuary oder Darlynn's Darlins.
  11. 11Stellen Sie auf eine pflanzliche Ernährung um, indem Sie die kostenlosen Vegan-Starter-Kits von PETA oder Animal Outlook nutzen.
  12. 12Studieren Sie das UU-Gewissensstatement von 2011 zu ethischer Ernährung mit Ihrer Gemeinde.
  13. 13Integrieren Sie Hymnen mit Tiermotiven wie 'All Creatures of the Earth and Sky' in den Gottesdienst.
  14. 14Praktizieren Sie 'Dankbarkeit für Geschöpfe'-Meditationen, um ein Gefühl der Verbundenheit zu fördern.
  15. 15Integrieren Sie 'Kelch-Entzündungen' (Chalice Lightings), die ausdrücklich unsere Verwandtschaft mit allen Lebewesen erwähnen.
  16. 16Organisieren Sie eine 'DefaultVeg'-Initiative für Kaffeestunden und Mitbring-Buffets der Gemeinde, bei der pflanzliche Optionen zum Standard werden.
  17. 17Nehmen Sie am jährlichen Predigtwettbewerb des UU Animal Ministry teil, um Fragen der Tiergerechtigkeit hervorzuheben.
  18. 18Veranstalten Sie Vorführungen von Dokumentarfilmen wie 'A Prayer for Compassion', um einen Dialog über Glauben und Ernährung anzuregen.
  19. 19Gestalten Sie einen 'Tiersegnungs'-Gottesdienst, der eine Verpflichtung zum Schutz von Tierlebensräumen beinhaltet.

Einwände

Ehrliche Antworten auf überall auftretende Einwände

Jede Gemeinschaft bringt ungefähr dieselben Fragen ein. Keine davon ist unvernünftig, und keine ist neu. So antworten Praktizierende innerhalb dieser Traditionen gewöhnlich.

Erlaubt meine Heilige Schrift nicht den Verzehr von Fleisch?

In der Regel ja — Erlaubnis ist jedoch nicht dasselbe wie ein Gebot, und fast jede Tradition stellt diese Erlaubnis als eine Zugeständnis dar, das durch Bedingungen eingeschränkt ist: Dankbarkeit, Mäßigung, Vermeidung von Grausamkeit sowie Grenzen hinsichtlich Zeitpunkt und Art der Zubereitung. Gläubige, die pflanzliche Kost bevorzugen, argumentieren, dass diese Erlaubnis in der Praxis nicht mehr gilt, wenn jene Bedingungen nicht mehr eingehalten werden können.

In meiner Tradition wurden Tiere geopfert. Ist die Ablehnung von Fleisch dann nicht eine Ablehnung dessen?

Die meisten Traditionen mit einer Opferpraxis praktizieren tierische Opfer heute nicht mehr, und ihre eigenen Reformer haben sich bereits vor langer Zeit dagegen ausgesprochen — die hebräischen Propheten, frühe christliche Lehrer, buddhistische und jainistische Kritiker vedischer Rituale. Die Wahl pflanzlicher Kost wird meist als Fortsetzung dieser inneren Auseinandersetzung verstanden, nicht als Ablehnung der Tradition.

Wird das nicht meine Gemeinschaft spalten?

Gemeinden, die mit dem Essen statt mit der Lehre beginnen, berichten vom Gegenteil. Pflanzliche Speisen in ein gemeinsames Mahl einzubinden schließt niemanden aus; alles sofort wegzunehmen und darüber zu belehren führt hingegen schnell zu Spaltung. Jedes Kit empfiehlt den ersten Ansatz.

Was ist mit Festtagsgerichten, die seit jeher Fleisch, Milchprodukte oder Eier enthalten?

Nahezu jedes Kit beinhaltet pflanzliche Versionen der spezifischen Festtagsgerichte seiner Tradition, entwickelt von Köchinnen und Köchen aus der jeweiligen Gemeinschaft, gerade weil die Bedeutung des Gerichts in der Feier und im Rezept liegt, nicht im Tier.

Ist Sorge um Tiere nicht eine Ablenkung vom menschlichen Leid?

Die Arbeit in Schlachthöfen gehört zu den gefährlichsten und ausbeuterischsten Berufen in industrialisierten Ländern, intensive Tierhaltung konzentriert Umweltverschmutzung in den ärmsten Stadtteilen, und Getreide, das an Tiere verfüttert wird, konkurriert mit menschlicher Nahrung. Gläubige, die sich dafür einsetzen, betrachten dies meist als eine einzige Frage der Gerechtigkeit, nicht als zwei getrennte.

Ist eine pflanzliche Ernährung sicher für Kinder und Ältere?

Wichtige Ernährungsgesellschaften erklären, dass durchdacht geplante pflanzliche Ernährung in jeder Lebensphase geeignet ist, einschließlich Schwangerschaft, Säuglingsalter und hohem Alter, sofern auf Vitamin B12 und einige andere Nährstoffe geachtet wird. Gemeinschaften bitten üblicherweise eine Ernährungsfachkraft, die angebotenen Speisepläne zu prüfen.

Meine Geistlichen haben das nie erwähnt.

Viele wurden schlichtweg nie danach gefragt. Die Kits hinter diesen Seiten existieren, weil Geistliche Material angefordert haben, das sie lesen, anhand ihrer eigenen Quellen überprüfen und daraus predigen können. Eines dieser Kits einem Leiter zu übergeben, ist eine normale und willkommene Bitte, kein Herausforderung.

Muss ich perfekt sein?

Keine der hier vertretenen Traditionen verlangt Perfektion, und einige warnen ausdrücklich vor dem Stolz, der hinter ihr herjagt. Die einheitliche Empfehlung lautet: Orientierung auf den Weg: eine Mahlzeit, eine Versammlung, ein Fest nach dem anderen.

Erste Schritte

Ein Fünf-Schritte-Plan für eine Gemeinde

Nahezu jedes Aktionspaket empfiehlt dieselbe unspektakuläre Abfolge. Sie wirkt, weil sie mit Gastfreundschaft beginnt und nicht mit Streit.

  1. 1

    Beginnen Sie mit einer gemeinsamen Mahlzeit

    Veranstalten Sie einmal monatlich eine vollständig pflanzliche Mahlzeit, zubereitet von Menschen, die gut kochen. Nichts überzeugt so sehr wie ein gutes Mittagessen, das niemand erwartet hat zu genießen.

  2. 2

    Ändern Sie die Voreinstellungen, nicht die Regeln

    Stellen Sie pflanzliche Milch neben die Teekanne, bieten Sie an jedem Tisch eine vegane Option an, klar gekennzeichnet. Keine Ankündigungen nötig.

  3. 3

    Laden Sie eine Stimme aus der eigenen Tradition ein

    Ein Rabbi, Imam, Priester, Mönch, Granthi oder Freund, der auf diese Weise isst und es aus Ihren eigenen Quellen erklären kann, überzeugt mehr als jede externe Aktivistin oder jeder externe Aktivist.

  4. 4

    Lehren Sie die Texte, die Sie bereits haben

    Veranstalten Sie eine kurze Studienreihe zu den Stellen über Tiere in Ihrer heiligen Schrift. Lassen Sie die Menschen selbst zu Schlussfolgerungen kommen, während sie die Quellen vor sich haben.

  5. 5

    Erweitern Sie es über den Teller hinaus

    Überprüfen Sie, was die Gemeinschaft kauft: Leder, Seide, Wolle, Daunen, tierversuchte Produkte und die unterstützten Organisationen. Kleine Änderungen im Einkauf wirken länger als Begeisterung.

Ressourcen

Lesen, ansehen, vernetzen

Bücher

  • Peace to All Beings: Veggie Soup for the Chicken’s Soul — Judy McCoy Carman
  • Earth Day: An Alphabet Book — Rev. Gary Kowalski
  • The Souls of Animals — Rev. Gary Kowalski
  • The Bible According To Noah: Theology As If Animals Mattered — Rev. Gary Kowalski
  • Goodbye Friend: Healing Wisdom For Anyone Who Has Ever Lost A Pet — Rev. Gary Kowalski
  • Revolutionary Spirits — Rev. Gary Kowalski
  • The World Peace Diet — Dr. Will Tuttle

Filme & Vorträge

  • A Prayer for Compassion — A documentary exploring the intersection of faith and animal rights.
  • Vegucated — Follows three New Yorkers as they adopt a vegan diet for six weeks.
  • Cowspiracy — Focuses on the environmental impact of animal agriculture.
  • Seaspiracy — Examines the environmental impact of fishing.
  • You Rescued Me — A music video by Jake Tidmore featured by UUAM.

Fragen

Häufige Fragen

Ist Veganismus eine Vorgabe für Unitarier und Universalisten?
Nein, die Prinzipien des Unitarischen Universalismus sind keine Dogmen. Die Tradition fördert jedoch eine „freie und verantwortliche Suche nach Wahrheit“ und „ethisches Essen“, was viele dazu führt, Veganismus als Weg zu wählen, um ihre Werte wie Mitgefühl und Gerechtigkeit zu leben.
Wie hängt das 7. Prinzip mit meiner Ernährung zusammen?
Das 7. Prinzip fordert Respekt vor dem wechselseitig abhängigen Gefüge des Daseins. Da die Tierhaltung eine der Hauptursachen für den Klimawandel und die Zerstörung von Lebensräumen ist, sehen viele Unitarier und Universalisten pflanzliche Ernährung als direkten Weg, dieses Gefüge zu respektieren.
Was ist die Erklärung des Gewissens der Unitarier und Universalisten zum ethischen Essen?
Verabschiedet im Jahr 2011, ist es eine formelle Erklärung, dass unsere Ernährungsentscheidungen moralische Konsequenzen haben. Sie bekräftigt, dass die Art und Weise, wie wir Nahrung produzieren und konsumieren, Auswirkungen auf die Erde, auf Tiere und auf menschliche Arbeitskräfte hat.
Unterstützt die unitarisch-universalistische Heilige Schrift die Rechte der Tiere?
Der Unitarische Universalismus schöpft aus vielen Quellen. Dazu gehören die humanistischen Lehren der Weltreligionen, die Schriften von Transzendentalisten wie Thoreau und Emerson sowie moderne wissenschaftliche Erkenntnisse über das empfindungsfähige Wesen der Tiere.
Was ist das Unitarisch-universalistische Tier-Ministerium (UUAM)?
Die UUAM ist eine Gruppe, die Gemeinden dabei unterstützt, Gerechtigkeit für Tiere aufzubauen. Sie stellt Ressourcen für Gottesdienst, Bildung und Fürsprache bereit, um Unitarier und Unitarierinnen dabei zu helfen, ihren Glauben mit Freundlichkeit gegenüber allen Lebewesen in Einklang zu bringen.
Kann ich Unitarier sein und trotzdem Fleisch essen?
Ja, Unitarier und Unitarierinnen bekräftigen das Recht des Gewissens. Die Tradition lädt jedoch dazu ein, 'die Auswirkungen unseres Engagements im Ernährungssystem zu beachten' und zu prüfen, ob diese Entscheidungen mit dem Ziel von Weltoffenheit und Gerechtigkeit übereinstimmen.
Wie kann meine Gemeinde beginnen, tierfreundlicher zu werden?
Sie können damit beginnen, bei Veranstaltungen standardmäßig vegetarische Speisen („DefaultVeg“) anzubieten, einen Gottesdienst zur 'Segnung der Tiere' abzuhalten oder eine lokale UUAM-Gruppe zu gründen, um über ethisches Essen und Tiergerechtigkeit zu diskutieren.
Was sagen unitarische Führer über die Verantwortung als Hüter der Schöpfung?
Führer wie Pfarrer John Gibb Millspaugh argumentieren, dass Verantwortung als Hüter der Schöpfung eine besondere Verpflichtung beinhaltet, das Wohlergehen der Tiere sicherzustellen, und sie als Verwandte zu betrachten statt als Gegenstände mechanisierter Misshandlung.
Ist Veganismus eine Voraussetzung, um Unitarier zu sein?
Nein. Der Unitarismus kennt kein Dogma oder verbindliches Bekenntnis. Viele Unitarier und Unitarierinnen stellen jedoch fest, dass die Sieben Prinzipien, insbesondere die Achtung des vernetzten Gefüges des Daseins, sie natürlich dazu führen, eine vegane oder vegetarische Lebensweise als persönlichen Ausdruck ihres Glaubens zu wählen.
Wie betrachtet die unitarische Tradition den Einsatz von Tieren in Wissenschaft oder Arbeit?
Die Tradition betont die 'verantwortliche Suche nach Wahrheit und Sinn' und das 'Recht des Gewissens'. Obwohl es keine einheitliche offizielle Haltung gibt, ermutigen die UU-Tierseelsorge und verschiedene Erklärungen des Gewissens die Mitglieder dazu, sich hin zu einem Paradigma der Harmonie statt der Beherrschung zu bewegen und alle Formen der Ausbeutung von Tieren zu hinterfragen.

Gemeinsame Gedankenstränge

Derselbe Gedanke in fünfzehn Vokabeln

Lange bevor jemand das Wort vegan verwendete, hatte jede Tradition auf dieser Seite ein Wort dafür, unnötige Schädigung abzulehnen. Diese Wörter sind nicht austauschbar – jedes trägt seine eigene Geschichte, sein eigenes Gesetz und seine eigene Praxis – doch nebeneinander gelegt zeigen sie, wie weit verbreitet der zugrundeliegende Impuls ist.

WortTraditionWas es von uns verlangt
AhimsaJainismus, Hinduismus, BuddhismusNichtverletzung in Gedanke, Wort und Tat — das erste Gelübde und die Messlatte, an der jede andere Praxis gemessen wird.
Tza'ar ba'alei chayimJudentumDas Verbot, Lebewesen zu quälen, eine verpflichtende Vorschrift aus der Tora, die erheblichen Nutzen und Kosten überwiegt.
RahmaIslamBarmherzigkeit — das Attribut, mit dem Gott am Anfang fast jedes Kapitels des Koran genannt wird und das der Prophet ausdrücklich auch auf Tiere ausgedehnt hat.
Hüterschaft / Herrschaft als SorgeChristentumVerantwortung für die Schöpfung, verstanden am Vorbild eines Hirten und nicht eines Eigentümers: Die Tiere sind anvertraut, nicht überlassen.
DayaSikhismusMitgefühl als eine der fünf Tugenden, täglich gelebt im langar — eine kostenlose Mahlzeit für jedermann, traditionell fleischfrei, damit niemand ausgeschlossen wird.
Metta / karunaBuddhismusLiebevolle Güte und Mitgefühl, die bewusst allen fühlenden Wesen entgegengebracht werden, auch jenen, die letztlich auf dem Teller landen.
Zeugnis des FriedensQuäkerDie Ablehnung, an Gewalt teilzunehmen, die viele Freunde vom Krieg auf die systematische Tötung von Tieren ausgedehnt haben.
Asha / gute Gedanken, Worte, TatenZoroastrismusAusrichtung auf Wahrheit und rechte Ordnung, einschließlich der Sorge um die gute Schöpfung aus Wasser, Erde, Pflanzen und Tieren.

Swipe sideways to read the full table.